Man könnte denken, wir erleben hier anscheinend nichts mehr…Kein Blog-Eintrag seit 2 Wochen. Doch selbst der ambitionierteste Blogschreiberling muss dieses Hobby zurückstecken, wenn die Arbeit für das Studium schlicht Überhand nimmt. So geschehen bei zwei deutschen Studenten, nämlich uns. Die Menge an Lesestoff und Essayaufgaben lässt einfach nicht viel Zeit für sonstiges über. Aber, dass wir hier nichts außerhalb des Campus’ erleben kann man auch nicht sagen.
Eintrittskarte zu "10 for 10"
Letzten Donnerstag, hatte mich das Metal-Fieber gepackt. Ja es ist wahr, ich höre dieses laute, schreckliche Zeug. Anyway, Eine schnelle Recherche und ich stieß auf eine Konzertreihe mit dem Titel 10 for 10, was so viel wie 10 Bands für 10$ bedeutet. Kurz angehört und gedacht: Heavy shit, aber auch genau mein Fall? Ich hörte in einige der Bands auf MySpace rein und befand: I’ll give it a try! Besonders positiv war mir die Band Trapped Under Ice(Achtung: Contains extreme aggressive and loud music!) aus Baltimore, Maryland aufgefallen. Na denn, auf ging’s am Donnerstag Nachmittag nach San Francisco in den Regency Ballroom auf der Ecke von Van Ness Avenue/Sutter Street. Um nicht ganz allein zu sein, habe ich den guten Skyler, der glücklicherweise auch die härtere musikalische Gangart bevorzugt, mitgenommen. THX again at this point!
Trapped Under Ice im vollen Regency Ballroom am 23.07.2009
Trapped Under Ice, definitiv eine Publikumsband
The Crowd on stage (Auftritt von Terror)
Ehrlich gesagt, bestätigte sich meine Skepsis vor Ort ein wenig. Neben Trapped Under Ice waren nur noch Terror, Poisen the Well und Madball (Kultband aus New York, 20jähriges Bestehen) hörenswert bzw. irgendwie interessant. Der Rest war nur was für richtige Hardcore-Metaller! Anbei trotzdem die Setlist (für die wenigen Interessierten )
Setlist "10 for 10"
Alles in allem war es aber ein gelungener Abend, leider war auch das Bier extrem teuer (6/7$), aber wir haben uns ein paar Nachos mit Käse, Guacamole und Mexican Dip gegönnt. Außerdem war die Mitte des Konzertraums für uns eine No-Go-Area, dort waren die Hau-Drauf-Jungs und (-Mädels) zuhause – teilweise echt einfach zu extrem, die Bands mussten die Leute immer wieder darauf aufmerksam machen, wenigstens ein bisschen aufeinander zu achten. Abseits dessen waren die Auftritte aber durchaus zu genießen.
Zu guter Letzt noch ein Video vom Abend:
An dieser Stelle noch ein bisschen Werbung für ein ähnliches Event in Köln: das Euroblast-Festival von Daniel und John, welches 3-4 mal pro Jahr im Bogen2 stattfindet (Termine auf der Homepage). Bisher hat das Festival immer meinen Musikgeschmack getroffen und die Leute waren auch nicht so total rücksichtslos. Allgemein ist alles etwas kleiner und familiärer. Greetings out to the Euroblast-Team!
Gestern war es dann endlich soweit: Um 13 Uhr traf sich ein kleines Grüppchen deutscher Summer Session-Teilnehmer vor der Mensa Crossroads in der Bowditch Street in Berkeley. Wir hatten den Treffpunkt und die Uhrzeit vorher über Facebook ausgemacht und es waren tatsächlich mehr da, als man erwartet hatte. Am Anfang wusste keiner so recht, wohin man nun gehen könnte. Aber das Wetter war natürlich super schön und die meisten zog es nach San Francisco. Zusammen sind wir dann alle zur BART-Station nach Downtown Berkeley gelaufen und von dort aus zur Station Embarcadero gefahren. Besonders Pauline aus Berlin war von der Stadt direkt total angefixt, es war schließlich ihr erster Besuch. Aber SF ist für jeden jedes Mal ein Highlight!
Auf dem kurzen Stück Richtung Ferry Building war ein kleiner Markt, ein Solo-Drummer mitten auf der Straße und viele viele Menschen. Zwischen all diesen liefen wir in 2er- und 3er-Pärchen Richtung Pier 39 und lernten so die anderen besser kennen. Für Pauline ist Berkeley nur der Auftakt zu einem Auslandssemester in Santa Barbara, Max machte bereits seit 2 Wochen als Nicht-BWLer einen Einführungskurs in Wirtschaftslehre, Melanie aus Zürich ist zwischen fertigem Bachelor und beginnendem Master und will einfach nur ihr Englisch verbessern und auch die 3 anderen studieren jeder etwas anderes. Kurz gesagt: Wir waren ein ziemlich bunter Haufen, aber wir hatten alle etwas gemeinsam: unser Summer Session-Studium in Berkeley!
Am Pier 39 war es wegen des Feiertags (Independence Day) und dem lautstarken Auftritt einer Cover-Band richtig voll und die Stimmung einfach nur total positiv. Anita find sofort an die Hüften zu schwingen Weil Anita und ich um 6 bei meiner Mom mit all unseren Bekannten vor Ort eingeladen waren, mussten wir uns leider um kurz nach 16 Uhr von den anderen, die sich mit dem Bus in Richtung Sausalito aufmachten, verabschieden.
Iced Caramel Macchiato
Wir sind dann die gleiche Strecke zurück zur BART-Station gelaufen, da wir noch etwas Zeit hatten und Anita plötzlich ein Verlangen nach unserem – fast schon – Standard-USA-Getränk Iced Caramel Macchiato hatte, sind wir noch schnell in einen Starbucks eingebogen.
In der Schlange fand ein Afro-American an Anitas Kleid so sehr Gefallen, dass er sie gleich darauf ansprach und wissen wollte, woher sie es nur hatte. So kamen wir ins Gespräch mit Roert, der exzellente Kenntisse über Köln, die Sprooch und das Bier hatte. Nicht nur, dass er verdammt viel darüber wusste, er sprach auch noch relativ gut Deutsch. Das krasse war: Er war noch nie dort gewesen, hatte sich also alles angelesen, maximal einen Deutschkurs oder so besucht. Irgendwie konnten wir nicht glauben, dass er noch nicht mal wenigstens in Deutschland gewesen sein muss. Er lud uns noch auf eine Bank in der Sonne ein, mampfte vergnügt seine Chips-Tüte leer und fragte uns alles mögliche über Köln. Er war besonders an der kölschen Sprache interessiert, Anita sang ihm dann
Drink doch eine met,
stell dich nit esu ahn!
Du steihst he de janze Zick eröm
Häs de och kei Jeld, dat is janz ejal
Drink doch met un kümmer dich nit dröm.
von den Bläck Fööss. Danach war er ziemlich happy und guckte in etwa so . Er würde sicherlich einen vorbildlichen Imi in Köln abgeben.
Beim Essen am Abend haben wir dann die Großeltern, Bob, die 2 deutschen Freundinnen Thea und Ingeborg und Ray (unser Yosemite-Guide) und seinen Sohn Skyler wiedergetroffen. Es gab viel leckeres, ein Mix aus deutscher, mexikanischer und mediterraner Küche. Yummy! Danach war ich platt und bin in unserem Berkeley-Haus eingeschlafen.
Morgens in Köln mit Lufthansa los und am gleichen Tag abends in San Francisco mit Air Canada da. Es ist wirklich perfekt gelaufen, sogar das Essen an Bord war super lecker: z.B. Pesto-Nudelsalat und Karamelleiscreme. Nur bei unserem Zwischenstopp in Calgary mussten wir uns etwas beeilen. Die USA und Kanada haben wohl ein Abkommen, dass man schon auf kanadischem Boden die Visa-Formalitäten erledigen kann/muss. Unsere Maschine aus London hatte etwa eine halbe Stunde Verspätung, sodass wir in Calgary nicht mal aufs Klo konnten…Aber alle waren sehr freundlich und haben uns so schnell wie möglich durch den ganzen Prozess geleitet. Wir haben es noch in die Maschine nach San Francisco geschafft, im Gegensatz zu einem anderen Passagier, der wohl zu spät am Check-In ankam.
Anita und ich am Emery Cove Yacht Harbor, dahinter die Bay
Am Abend der Ankunft bei meiner Mom&Bob in Emeryville gab es erst mal ein Curry à la Riksheim (Familienname von Bob), das schmeckte himmlich und tat nach der langen Reise einfach nur gut. Danach fielen uns recht bald die Augen zu, zum Glück war das Bettchen schon gemacht Es ist also perfekt, wenn man abends ankommt. Dann nämlich kann man am nächsten Tag mega entspannt und überfit um 6:30 Uhr aufstehen und den Tag begrüßen. Oder einfach noch ein bisschen im Bett rumlümmeln…
Dehnübungen bei schönstem Wetter
Allerdings ist das Wetter einfach zu geil, das Frühstück mit frischen Früchten zu verlockend und die Joggingstrecke zu schön, als dass man nicht doch bald aufstehen sollte. Das erste Mal joggen nach 3 Monaten der Abstinenz war echt hart, gleichzeitig aber auch total schön. Endlich wieder die traumhafte Gegend rund um den Emery Cove Yacht Harbor sehen, den Blick auf das vernebelte San Francisco auf der anderen Seite der Bay werfen und den hier und dort vorbeizischenden Squirrels nachgucken.
Weißer Reiher auf dem Weg zum Emery Cove Yacht Harbor
Und sogar ein weißer Reiher war dabei!
So kann der Urlaub, der ja nur bedingt einer ist, anfangen. Nächsten Montag geht dann das Sommerstudium an der UC Berkeley los!
Das nächste Mal meldet sich Anita mit ihren Erfahrungen mit dem komplizierten Kurssystem an der UC Berkeley. Um immer up-to-date zu bleiben könnt ihr am besten unseren RSS-Feed abonnieren.
Dies ist ein Beitrag fuer alle die wissen wollen, wie die politische Stimmung im Land ist. Also ich wuerde sagen in California gewinnt Obama. Dafuer sprechen viele Argumente. Egal wo wir in California waren: San Francisco, Emeryville, Los Angeles, Santa Cruz oder San Luis Obispo, ueberall gibt es Werbestaende fuer Obama, aber nirgends sieht man McCain-Staende.
Go Obama Nummernschild
Wenn Leute Schilder in ihren Fenstern, T-Shirts an haben oder Autoschilder haben dann mit Obama drauf. Auch die Massen an T-Shirts, die am Venice Beach verkauft werden, sprechen fuer Obama.
Newsweek Cover mit McCain und Palin
An einem Abend hatten wir eine politische Diskussionrunde und der amerikanische Part der Diskussionsrunde meinte, dass die Republikaner laengst realisiert haben, dass sie verlieren werden. Aus diesem Grund haben sie wohl Sarah Palin als Vizepraesidentin ausgesucht, um sie fuer den naechsten Wahlkampf zu positionieren. Sie hat wohl keine Erfahrung, ausser im Modeln. Aber ich glaube sie haben auch realisiert, dass sie jemanden brauchen der polarisiert, eine Frau oder einen Farbigen. Am Besten waere eigentlich beides.
Limp or Pimp?
Die Studenten mit denen wir Zeit verbringen, meinen sie werden erst einmal die Wahlkampfprogramme lesen und sich dann entscheiden. Es scheint, dass das Wahlverhalten aehnlich wie in Deutschland ist. Man waehlt denjenigen, der besser fuer einen ist oder das geringere Uebel darstellt. Also ist doch noch nichts entschieden und es koennte doch noch spannend werden.
Gestern waren wir direkt mal in San Francisco Downtown: mit all seinen monumentalen großen Gebäuden (City Hall, Four Seasons Hotel, Westfield Shopping Mall), dem bunten Treiben und auch mit den Obdachlosen und Alkoholabhängigen. Aber letzteres kann nicht über die Schönheit dieser Stadt hinwegtäuschen. SF mischt den American Style of Life mit einer guten Portion Liberalität – und die Wahlkampfstände, seien sie noch so klein, finden sich an einigen Ecken der Stadt: hauptsächlich für Obama.
"Quiet please"
Gestern hat es nur für die Market Street gereicht, uns hat es doch dort ziemlich schnell ins Westfield gezogen. Nach Caramel Latte, einem Einkauf bei Victoria’s Secret und den besten „abgepackten“ Sushis ging es dann gegen 18 Uhr wieder mit BART (Bay Area Rapid Transportation) und EmeryGoRound (Umsonstbus in Emeryville) zurück zu Mom ‘n’ Bob.
Abends gab es dann noch Curry à la Robert Riksheim - einfach nur vorzüglich! (Rezept gibt es bestimmt bald als Bild hier im Beitrag…).
California has us! Ja, nach etwa 15 Stunden Flug mit Umsteigen in Charlotte (North Carolina) haben wir die BayArea erreicht und im Vorort Emeryville nach einem leckeren Spaghetti-Essen friedlich eingeschlafen. Um 7 Uhr morgens war es dann aber auch genug damit – vorerst! So einige Fauxpas im Umgang mit Alltagsgegenständen (verschütten, fallen lassen) sind nicht ausgeschlossen – but blame it on the jetlag!
Jetzt gleich geht es los nach San Francisco, das Wetter ist EinsA und wir haben gut gefrühstückt!
Bereits 2008 haben wir hier alle an unserem Kalifornien-Trip Interessierten auf dem Laufenden gehalten. Auch 2009 gibt es wieder einiges zu lesen, diesmal sogar über einen Zeitraum von 2 Monaten. Kommentare sind natürlich immer gerne gesehen. Anico