Oakland liegt südöstlich von Emeryville, dem Ort, in dem Mom ‘n’ Bob wohnen. Zu Fuß sind es nur wenige Minuten und man ist in Oakland. Dort liegt auch der Community Garden, ca. 20 kleine Beete, jedes gehört einem anderen Hobbygärtner. Auch meine Mom hat dort ein Beet mit 3 verschiedenen Sorten Tomaten, einigen Erdbeer-Sträuchern, Zucchini und Sonnenblumen. Himbeeren wachsen dort für alle. Es gibt dort neben den Beeten auch eine Kompostanlage und eine Art Newsboard, mit einem kleinen Vorhängeschloss gesichert, damit die Kids aus der Nachbarschaft nicht drangehen.
Zwar bringt so ein Community Garden viel Arbeit mit sich, aber er ist für viele eine Möglichkeit eigenes Gemüse und Obst selbst anzubauen und sich untereinander auszutauschen. Die Jahresgebühr ist sehr gering und das Projekt, welches es nun schon über 15 Jahre gibt, wird von der Stadt Oakland unterstützt. Das Interesse in der Nachbarschaft bleibt dabei natürlich nicht aus und so dürfen auch die Kinder aus der unmittelbaren Umgebung ab und an beim Gießen und Pflücken helfen.
Die Ermordeten von Oakland
Auf dem Rückweg vom Garden zum Appartment nach Emeryville kamen wir gestern an einer Kirche, von denen es hier sehr viele, meist primitive, gibt, vorbei. Davor waren dutzende Kreuze aufgestellt. Jedes einzelne Kreuz steht für einen seit Jahresbeginn in Oakland ermordeten Einwohner. Neben dem Vornamen und Todestag ist auch das Alter daraufgeschrieben. Es ist zu bemerken, dass leider alle Altersgruppen dort vertreten waren.
Als wir da so zu dritt standen, gerieten wir mit LeBaron und seiner Mutter Clara ins Gespräch über Oakland und die aufgestellten Kreuze. Er erzählte uns, dass er mit seinen Kindern in einem gefährlichen Teil von Oakland wohne und dort schon Zeuge von tödlichen Schießereien geworden war. Oft waren die Opfer auch durch die Hand von Cops ums Leben gekommen. LeBaron schilderte: „They [the cops, Anm. Anico] don’t want you to come back!“ Weiterhin sagte er, dass die Cops hier völlig überfordert und eingeschüchtert seien und daher so brachial reagieren würden. „Here they [the criminals, Anm. Anico] don’t respect the police – well, I do!“ Alles wäre noch schlimmer geworden, seit es keine Youth Programmes mehr geben würde. Im letzten Jahr wären es etwas mehr als Hundert Kreuze gewesen, dieses Jahr sind es schon jetzt im August über 80!
Wir standen dort insgesamt etwa eine Viertelstunde zu fünft und haben uns über Oakland, Deutschland und das Leben von LeBaron unterhalten. Kurz bevor die beiden in den Bus gestiegen sind, habe ich noch ein Foto von LeBaron gemacht. Hoffentlich bleiben die beiden und ihre Familie in East Oakland noch lange unversehrt.
Liebe Grüße
Anico
PS: gestern bin ich das erste Mal in den USA Auto gefahren und das erste Mal in einem Porsche (selber gefahren): meine Mom hat nämlich einen!:)



